April 9, 2014 | Jena/Bratislava | News

Windows XP ist am Ende – Sie auch?

Niemand muss in Panik ausbrechen wenn Microsoft heute den Service einstellt, sagt ESETs Malware-Experte Thomas Uhlemann.

Der Support endet, Windows XP läuft weiter

Das Gute vorneweg: Natürlich kann Windows XP weiterhin genutzt werden. Microsoft stellt „nur“ die Aktualisierungen des Betriebssystems ein. Das Unternehmen aus Redmond merzt also neu gefundene Fehler nicht aus und schließt auch keine Sicherheitslücken mehr.

Obwohl der Service-Ruhestand seit Jahren bekannt ist, haben viele Anwender noch keine Maßnahmen ergriffen: Knapp 30 Prozent aller Rechner in Deutschland laufen noch mit Windows XP. Die Mehrzahl dürfte sich allerdings in Betrieben und Unternehmen befinden.

Windows XP

Technik und Sicherheit nicht auf dem aktuellen Stand

In den letzten 15 Jahren hat sich die IT-Landschaft dramatisch verändert. Sowohl in Fragen der Technik als auch der Sicherheitsanforderungen kann Windows XP nicht mehr mithalten. Beispielsweise fehlen benötigte Basiskomponenten wie das sogenannte ASLR („Speicher-Adress-Verwürfelung“). Auch die komplette Integration des Internet Explorers in Windows XP ist nicht up-to-date. Jede Sicherheitslücke des Browsers stellt zugleich eine Bedrohung des Betriebssystem dar.

Unser Tipp: Jetzt umsteigen

Es gibt keinen „Königsweg“ für die optimale Reaktion auf das Service-Ende von XP. Aus Sicherheitssicht bieten sich streng genommen nur zwei Möglichkeiten an.

WINDOWS 7/8: Der Umstieg auf die aktuellen Windows-Versionen gelingt relativ einfach. Über den „Kompatibilitätsmodus“ oder über Virtualisierungen können auch Programme weiter genutzt werden, die zwingend XP voraussetzen.

LINUX: Wer die Kosten einer Neuanschaffung scheut, sollte einen Blick auf moderne Linux Distributionen wie beispielsweise „Ubuntu“ werfen. Office-Anwendungen gibt es meist kostenfrei oder gegen geringe Gebühr. Die Bedienung gleicht oftmals den bekannten Office-Produkten und lässt sich schnell erlernen.

MAC OS X: Sollten Sie über das nötige Kleingeld verfügen, könnten auch iMac oder MacBook(Pro) in Frage kommen, wie auch bei Linux gibt es hier ebenfalls alle häufig genutzten Softwares und neben Apples eigenen Office Programmen bietet Microsoft hier sogar eine komplette Suite.

Unsere XP-Tipps: Schotten dicht!

Wenn ein Umstieg nicht möglich ist, muss Windows XP konsequent beschränkt werden.

  • Ein stark reduzierter oder sogar eingestellter Zugriff auf das Internet und auf Wechselmedien ist unumgänglich. Wer das Internet regelmäßig nutzen möchte, wird an dieser Variante keine Freude haben. Das Risiko einer Vireninfektion steht in keinem gesunden Verhältnis zum Nutzen.
  • Nicht benötigte Software sollte unbedingt deinstalliert werden, um Schädlingen keine neuen Einfallstore zu bieten. Programme wie Java oder Adobe Flash müssen außerdem immer auf dem neuesten Stand gehalten werden. Noch besser wäre der Verzicht darauf.
  • Virenscanner und Firewalls sollten immer auf dem neuesten Stand sein. Dies gilt für XP in Zukunft mehr denn je. Moderne Programme wie die von ESET bringen einen Exploit-Blocker mit, der vor Sicherheitslecks schützen kann. Dies bedeutet aber nur einen weiteren Schutzschild – aber keine hundertprozentige Sicherheit.