August 1, 2012 | Jena | Pressemeldungen

Papier und Bleistift schützt vor Passwort-Klau

Ohne Passwörter geht nicht viel im Internet. Doch wie soll man sich die vielen Benutzernamen, Kennwörter und PINs merken? Experten schwören neuerdings auf die herkömmliche Methode Papier und Bleistift. Digitale Passwort-Diebe beißen sich trotz größter Anstrengung die Zähne daran aus.

Die „analoge“ Archivierung der persönlichen Einwähldaten besitzt viele Vorteile, sagen die Virenexperten von ESET. Die Gründe dafür liegen im wahrsten Sinne auf der Hand:

  • Schriftlichen Notizen können nicht von Hackern digital eingesehen werden. Ein Ausspähen ist nahezu unmöglich.
  • Für jedes Internet-Konto lässt sich eine individuelle Kombination aus Benutzername und Passwort erstellen. Viele Anwender verwenden oftmals identische Kombinationen, um diese nicht zu vergessen. Die Vorgehensweise spielt Hackern in die Karten: Haben sie erst einmal den Zugang zu einem Konto gewonnen, können sie auch weitere ausbeuten.
  • Passwörter können „stark“ gewählt werden, da sie nicht auswendig gelernt werden müssen. Viele Surfer verwenden bislang einfache Passwörter, wie die Auswertung des Yahoo-Hacks zeigt:
  1. password
  2. 123456
  3. 12345678
  4. 1234
  5. qwerty
  6. 12345
  7. dragon
  8. pussy
  9. baseball
  10. football
  • Letztlich kann die Liste sogar überall mitgenommen werden. Das leisten Programme, die auf dem PC installiert sind, natürlich nicht. Ohne Internet-Zugang helfen auch Cloud-Dienste nicht weiter.

So speichern Sie „analog“ richtig

Wählen Sie starke Passwörter aus, die Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen enthalten. Für jedes Konto nutzen Sie individuelle Zugangsdaten. Notieren Sie diese auf einem Zettel oder in einem kleinen Buch. Dabei „verschlüsseln“ Sie die Konten so, dass außer Ihnen niemand errät, ob sich hinter dem Begriff ein E-Mail-Account, Online-Banking oder eine Webseite verbirgt. Deponieren Sie Ihr „Passwort-Buch“ abseits vom Computer, wo es nicht auffällt, sie es aber immer wiederfinden.

Digitale Alternativen

Auf dem Sicherheitsmarkt tummeln sich diverse Möglichkeiten, Passwörter einfach zu speichern und bei Bedarf zu nutzen. Dazu zählen spezielle Software-Tresore für Passwörter, die auf einem Rechner oder USB-Stick installiert sind. Auch Cloud-Dienste bieten eine Sicherung zur Verwahrung von Passwörtern an. Doch all diese Varianten haben dasselbe Problem: Sie könnten Sicherheitslücken besitzen, die Cyberkriminelle in die Karten spielen.

Fazit

Die Nutzung sicherer Passwörter schützt vor unbefugtem Zugriff. Ob der gute alte Block oder eine moderne digitale Sicherheitsvariante gewählt wird, ist letztlich egal. Hauptsache, sie verwenden starke und jeweils unterschiedliche Passwörter. Ideal wäre es natürlich, wenn Sie sich alle Passwörter mit Eselsbrücken merken könnten – ohne Notizen. Bitte Bedenken Sie: Eine aktuelle Antivirensoftware sollte immer auf dem Rechner laufen. Ansonsten könnten Keylogger ihre Tastatureingaben aufzeichnen und an Kriminelle versenden. Dagegen sind alle analog und digital gespeicherten Passwörter natürlich nicht gefeit.