22. März, 2012 | Jena | Artikel

Vorratsdatenspeicherung á la Skype

Vorratsdatenspeicherung á la Skype

Das gute Image von Skype hat einen dicken Kratzer abbekommen. ESET-Experte Righard Zwienenberg weist darauf hin, dass das beliebte Programm persönliche Kontaktdaten und Chats dauerhaft speichert. Behörden reiben sich die Hände.

Skype zählt zu den erfolgreichsten Programmen weltweit. Kostenlose Telefonate über das Internet, Chats mit Freunden und einfacher Datenversand erfreuen die Anwender rund um den Globus. Besonders beliebt ist die Verschlüsselung der Kommunikation, die ein Mitlauschen von Fremden verhindern soll.

Spionage leicht gemacht
Wer die Chats oder persönlichen Kontakte von anderen Personen nachlesen will, muss kein Hacker sein. Es genügt lediglich das Aufrufen des Verzeichnisses c:\Users\<Benutzername>\AppData\Roaming\Skype\<Skype-ID> am PC des Skype-Anwenders. Hier speichert das Programm nämlich die Daten unverschlüsselt ab. Wer also Zugang zu einem Rechner besitzt, auf dem Skype installiert ist, kann bequem die gesamte gespeicherte Korrespondenz nachlesen. Das Nutzen von Skype mit brisanten Inhalten ist an fremden Rechnern wie beispielsweise im Internet-Café oder bei Bekannten daher nicht ratsam.

Vorratsdatenspeicherung in der Cloud
Normalerweise ist die Speicherung der Daten eine feine Sache. Der Skype-Nutzer kann schnell mal nachschlagen, was in vergangenen Chat-Sessions geschrieben wurde. Nach der Anmeldung am eigenen Skype-Konto stehen die Protokolle zur Verfügung. Das Programm speichert alle Daten nicht nur am lokalen PC, sondern auch in der Cloud ab und synchronisiert sie.
Genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Die aktualisierten Daten verbleiben nicht nur auf dem Rechner und sind für jedermann am PC einsehbar. Vielmehr behält sich Skype vor, diese für einen gewissen Zeitraum aufzubewahren und auch auf richterliche Anordnung hin an Behörden herauszugeben. Die umstrittene Vorratsdatenspeicherung scheint bereits in die Praxis umgesetzt zu sein. Wie lange Skype die Daten letztlich speichert, ist zudem nicht bekannt.

So schützen Sie sich

  1. Lesen Sie die Nutzungsbedingungen von Skype bei der Installation genau durch. Wenn Ihnen diese nicht behagen, lassen Sie einfach die Finger von der Software.
  2. Vermeiden Sie es, vertrauliche oder brisante Informationen über Skype zu übermitteln.
  3. Nutzen Sie Skype lieber am Smartphone als in Internet-Cafés. Die anfallenden Mehrkosten wiegen die Sicherheit Ihrer Daten auf.
  4. Wenn Sie die Protokoll-Funktion nicht nutzen, schalten Sie diese einfach aus. Dies können Sie in den Programm-Optionen einstellen. Oder Sie stellen das Programm zumindest so ein, dass mit dem Abmelden das Protokoll gelöscht wird.